Integration
Minden: Um sich konkret über die Situation von Flüchtlingen aus Syrien und anderen Krisenherden zu informieren besuchte der neue NRW Staatssekretär für Integration,Thorsten Klute, am Donnerstag den Fachdienst für Integration und Migration des Caritasverbandes Minden. Klute folgte damit einer Einladung der heimischen SPD Landtagsabgeordneten Inge Howe und Ernst-Wilhelm Rahe.
„Deutschland war und wird auch in Zukunft immer ein Zuwanderungsland sein“ war Thorsten Klute sich einig mit den BeraterInnen des Fachdienstes der Caritas. „Wenn Menschen konkret in ihrem Leben bedroht sind, so wie jetzt in Syrien, Mali oder vielleicht auch der Ukraine, dann müssen wir auch diesen Menschen helfen. Es hat Deutschland noch immer gut getan, Zuwanderer aufzunehmen und zu helfen.“
„Zunächst ist eine schlichte Tatsache anzuerkennen: Dass Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur in unserem Land zusammenleben, wird sich nicht mehr ändern. ntegration ist daher die Aufgabe, die wir gemeinsam anpacken müssen, wenn wir das Zusammenleben erfolgreich und friedlich gestalten wollen.“ (Johannes Rau)
Im Rahmen der Integrationsdebatte haben die SPDOWL und die SPD-Fraktion im Regionalrat eine "Integrationsmappe" erstellt, in der sich mit dem Thema "Integration in OWL" auseinandergesetzt wird und Handlungsvorschläge gemacht werden.
Integrationsbroschüre der SPDOWL herunterladen
Horst Seehofer will Menschen aus einzelnen Kulturkreisen die Zuwanderung nach Deutschland verwehren. Statt die Integrationspolitik konstruktiv voranzubringen, glaubt der bayerische Ministerpräsident, durch das Schüren von Ressentiments wieder mehr Wähler binden zu können.
Wenn Horst Seehofer sich mal wieder ins Gespräch bringen will, pflegt er für gewöhnlich gezielte Querschüsse gegen die eigene Bundesregierung zu setzen. Oder er vollzieht spektakuläre politische 180-Grad-Wendungen. Nun fischt der bayerische Ministerpräsident für die Schlagzeile auch am rechten Rand: Im Interview mit dem Magazin „Focus“ sagte er unter anderem: „Es ist doch klar, dass sich Zuwanderer aus anderen Kulturkreisen wie aus der Türkei und arabischen Ländern insgesamt schwerer tun. Daraus ziehe ich auf jeden Fall den Schluss, dass wir keine zusätzliche Zuwanderung aus anderen Kulturkreisen brauchen.“
Einen kulturellen Bezug zog die SPD-Zukunftswerkstatt Integration am Sonntag im Berlin Willy-Brandt-Haus: Im Rahmen der Finissage „Vom Gastland zur Heimat“ diskutierten Experten über den notwendigen Rahmen für Integrationspolitik.? ?30 Künstlerinnen und Künstler hatten 21 Tage ihre Werke im Willy-Brandt-Haus präsentiert. Ihr Thema: Der Blick auf Deutschland und der Prozess der Annäherung – bis das Gastland zur Heimat wird. Zum Abschluss der Ausstellung diskutierten Expertinnen und Experten in unterschiedlichen Workshops, wie der politische Rahmen für gelungene Integration aussehen muss. ?
Dabei sei das Thema erst spät ernsthaft politisch erkannt worden, erinnerte der stellvertretende SPD-Vorsitzende, Berlin Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit: „Viel zu lange haben wir in Deutschland verkannt, das wir ein Einwanderungsland sind. Das hat dazu geführt, dass wir keine aktive Integrationspolitik gemacht haben. Ich bin mir sicher, dass einiges hätte vermieden werden können.“
Wie kann Integration gelingen, welche Erfolge gibt es, wo sind immer wieder Probleme? Das diskutierten Experten unmittelbar vor Beginn des SPD-Parteitags.
„Was wollt ihr?“, frage er die Jugendlichen immer, so Lothar Kannenberg. Und deren Antwort sei: „Wir wollen ’ne Heimat!“ Der Ex-Profi-Boxer ist Gründer der Jugendhilfeeinrichtung „Durchboxen im Leben e.V“. Seine Arbeit unter anderem mit jugendlichen Migranten ist so erfolgreich, das er dafür auch schon das Bundesverdienstkreuz bekam.
Schwäche hängt nicht von Herkunft ab?
Dr. Naika Foroutan weiß, dass die Erfolge im Bereich Integration oft vom Engagement Einzelner abhängig sind. Die Wissenschaftlerin leitet das Projekt Heimat an der Humboldt-Universität. Es sei für die Menschen mit Migrationshintergrund besonders schwierig, für sich die Frage zu beantworten, ob und wie sie gleichzeitig zwei Referenzsysteme bedienen können. Sie bedaure, so Foroutan, dass sich in der aktuellen Debatte um Integration besonders die „Antibotschaften“ festsetzten. Es müsse die Stärke der SPD sein und bleiben, sich vor die Schwachen zu stellen und ihnen aufzuhelfen. Schwach zu sein, sei herkunftsübergreifend und nicht ausschließlich ein Problem von Migrantinnen und Migranten, betonte sie.