„Was vor 10 Jahren unter rot-grün als Modellprojekt eingeführt worden ist, wird nun Alltag: Die unabhängige Patienteninformation und –beratung wird als Regelversorgung in der gesetzlichen Krankenkasse angeboten“, so der SPD-Bundestagsabgeordnete Stefan Schwartze.
Mit 5,2 Millionen Euro jährlich fördert der Spitzenverband Bund der Krankenkassen die unabhängige Patientenberatung. Die Verbraucherzentrale Bundesverband e.V., der Sozialverband VdK e.V. und der Verbund unabhängiger Patientenberatung e.V. haben den Zuschlag für die öffentlichen Ausschreibung erhalten. Am 27. Januar 2011 sind die Verträge unterzeichnet worden.
Es wird künftig 21 Beratungsstellen geben. Für Ostwestfalen ist ein Standort in Bielefeld geplant. Jede regionale Beratungsstelle wird grundsätzlich mit je einem Mitarbeiter mit den Qualifikationen Medizin, Jura und Sozialpädagogik besetzt sein. Die Beratung erfolgt barrierefrei. Der Regelbetrieb in den regionalen Beratungsstellen wird ab April 2011 aufgenommen.
Außerdem finden Interessierte Rat beim neu eingeführten bundesweiten kostenfreien Beratungstelefon unter Tel. 0800/011 77 22 und unter der Internetadresse www.upd-online.de. Beide Angebote werden in wenigen Wochen freigeschaltet.
Ab 15. Februar 2011 soll ebenfalls die muttersprachliches Beratung für Patienten mit Migrationshintergrund eingeführt werden, die von der privaten Krankenversicherung finanziert wird.
„Die unabhängige Patientenberatung ist eine gute Sache. Die Bundesregierung hätte bei der Vergabe der Regelleistung allerdings schneller sein können. Denn die neuen Träger der Regelleistung sind die alten Träger des Modellprojektes und beinahe alle Beratungsstandorte sind erhalten geblieben,“ so Stefan Schwartze. „Die Patienten müssen nun bis April warten. Wer heute bei der bisherigen Beratungsstelle in Bielefeld anruft, erfährt lediglich, dass das Modellprojekt ausgelaufen ist und wird an andere Beratungsstellen verwiesen, die nur wenige Stunden in der Woche geöffnet haben.“