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Seelenloses Fleisch macht bisher nur den Handel glücklich

Veröffentlicht am 11.02.2015 in Europa

Sozialdemokraten fordern Ursprungskennzeichnung von weiterverarbeitetem Fleisch / Unionsabgeordnete wollen Transparenzinitiative verhindern 

Das Europäische Parlament zieht Konsequenzen aus dem Pferdefleischskandal. Eine breite Mehrheit der Abgeordneten hat am Mittwoch trotz des Widerstandes aus den Reihen von CDU/CSU eine entsprechende Resolution verabschiedet, in der sie sich für eine Ursprungskennzeichnung von Fleisch in verarbeiteten Lebensmitteln aussprechen. Um endlich Klarheit für die Verbraucher zu schaffen, fordert das Parlament in seiner Resolution die EU-Kommission auf, einen Gesetzesvorschlag vorzulegen, in dem die Herkunftsangabe von allen Fleischprodukten klar geregelt ist.

Susanne MELIOR, SPD-Europaabgeordnete im Umweltausschuss: „Fleisch ist nicht irgendein Produkt. Egal ob es ein frisches Steak ist oder bereits verarbeitetes Fleisch in der Lasagne – jedes Tier hat eine Herkunft. Die Verbraucher haben ein Recht darauf, zu wissen, was sie essen und woher es kommt.“

Für frisches Rindfleisch muss seit dem BSE-Skandal angegeben werden, in welchem Land die Tiere aufgezogen und geschlachtet wurden. Ab April 2015 gilt das auch für frisches Schweine-, Geflügel-, Schafs- und Ziegenfleisch. Allerdings bestehen diese Etikettierungspflichten bisher nicht für Fleisch in weiterverarbeiteten Produkten wie Sauce Bolognese oder Pizza – und das obwohl 90 Prozent der Verbraucher laut einer EU-Kommissionsstudie eine solche Ursprungskennzeichnung für wichtig befinden.

Dass die CDU/CSU die Transparentinitiative zu verhindern versucht hat, ist für Susanne MELIOR unverständlich: „Aufgeklärte Verbraucher wollen wissen, was sie kaufen. Ohne eine verpflichtende Herkunftsangabe würden sie im Dunkeln gelassen. Angebliche Kostensteigerungen dürfen kein Grund für dieses Informationsdefizit sein. Rückverfolgbarkeit bedeutet auch mehr Sicherheit. Darum müssen Herkunftsangaben her.“

Maria NOICHL, Agrarexpertin der SPD-Europaabgeordneten, betont, dass die Ursprungskennzeichnung nicht nur ein Gewinn für die Verbraucher wäre, sondern auch für die regionale Landwirtschaft: „Fleisch darf nicht wahllos austauschbar bleiben. Eine zukünftige Herkunftsangabe würde auch die Wettbewerbsposition unserer Landwirte verbessern. Das seelenlose Fleisch hat bisher nur den Handel glücklich gemacht!“

Im Dezember 2013 hatte die EU-Kommission einen Bericht vorgelegt, in dem die Möglichkeiten für die Herkunftsangaben bei weiterverarbeitetem Fleisch untersucht wurden. Die Angabe des Ursprungslandes wurde dabei als ein gangbarer Weg aufgezeigt.

Weitere Informationen: Büro Melior +32 2 28 45183; Büro Noichl +32 2 28 45157, Algara Stenzel +32 473 930 060 (Pressesprecherin)

 

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