Bad Oeynhausen: Der Planfeststellungsbeschluss zur Nordumgehung, geplante Lärmschutzmaßnahmen und prognostizierte Verkehrszahlen auf den innerstädtischen Durchgangsstraßen standen im Mittelpunkt eines Informationsabends, zum dem die SPD-Ortsvereine aus Dehme, Eidinghausen, Volmerdingsen und Wulferdingsen gemeinsam eingeladen hatten.
Anhand von Kartenmaterial stellten Peter Thielscher und Jan-Martin Müller aus dem Rathaus II den geplanten Trassenverlauf im voll besetzten Saal des Dehmer Hofs vor. Etwa 20 Millionen Euro für den Lärmschutz seien für die 9,5 Kilometer lange Trasse vorgesehen. Davon entfielen allein 15 Millionen Euro für den 450 Meter langen Tunnel in Dehme. Eine Verlängerung des Tunnels um 50 Meter, wie von der Stadt gefordert, ist im Planfeststellungsbeschluss jedoch nicht vorgesehen. „Dafür soll auf den letzten 40 Tunnelmetern und auf 400 Metern zwischen nördlichem Tunnelausgang und dem Alten Postweg ein besonders leiser Straßenbelag aufgebracht werden“, erklärte Stadt- und Verkehrsplaner Müller die Vorgaben der Bezirksregierung.
Weitere aktive Lärmschutzmaßnahmen seien in Form von Lärmschutzwänden und –wällen vorgesehen. Doch auch nach Durchführung dieser sogenannten aktiven Maßnahmen werden die vorgegebenen Grenzwerte auf zahlreichen Wohngrundstücken überschritten.
„Und die im Planfeststellungsbeschluss vorgesehenen passiven Lärmschutzmaßnahmen bewirken lediglich Lärmschutz im Innenbereich des Hauses, nicht jedoch im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon“, äußerte sich der Vorsitzende des gastgebenden Dehmer SPD-Ortsvereins, Dieter Müller, unzufrieden mit dem Beschluss der Bezirksregierung. Alle
vier Ortsvereinsvorsitzende der SPD im Norden der Stadt waren sich deshalb einig: „Dies kann nicht im Interesse der Bürger liegen und sollte durch zusätzliche Maßnahmen verbessert werden.“
Begrüßt wurde der gemeinsame Vorstoß von SPD, CDU und FDP, wonach Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann in Abstimmungsgesprächen mit dem Landesbetrieb StraßenNRW und dem Ministerium weitere Lärmschutzanlagen verhandeln soll.
„Wir sind uns ferner mit der CDU und der FDP einig, dass die zusätzlich geforderten Maßnahmen zuvor im Ausschuss für Stadtentwicklung erarbeitet werden sollen“, ergänzte Fraktionsvorsitzender Olaf Winkelmann die Ausführungen.
Im zweiten Teil des Informationsabends wurden vom Leiter des Bereichs Stadt- und Verkehrsplanung, Peter Thielscher, die errechneten Verkehrszahlen auf den innerstädtischen Straßen vorgestellt: „Die vorliegenden Berechnungen prognostizieren bis zu 56.700 KFZ im Jahr 2020 auf der Kanalstraße kurz vor der Anschlussstelle Löhne-Gohfeld, wenn der Lückenschluss nicht gebaut wird.“ Mit der Nordumgehung würden danach in der Spitze noch 29.100 KFZ an gleicher Stelle verbleiben, an der Kreuzung zur Eidinghausener Str. noch 26.000 KFZ und in Richtung Rehme etwa 21.500 KFZ.
„Zum Vergleich - zurzeit fahren über 46.000 KFZ über die Kanal-/Mindener Straße, hier würde sich die Situation erheblich entspannen“. Dies ergab die letzte Verkehrszählung aus dem Jahr 2003. Auch in Dehme südlich des Zubringers B 61-neu verringere sich der Verkehr deutlich.
„Jetzt haben wir dort knapp 14.000 KFZ am Tag, ohne Nordumgehung würde sich die Zahl auf 18.500 KFZ im Jahr 2020 erhöhen, mit Nordumgehung an gleicher Stelle auf 9.500 KFZ reduzieren“, so die städtischen Planer.
Weitere Entlastungen sind laut der Verkehrsuntersuchungen auf der Werster Straße und der Eidinghausener Straße zu verzeichnen.