Mit 2008 zufrieden
Liebe Bad Oeynhausenerinnen, Liebe Bad Oeynhausener,
ein turbulentes Jahr liegt hinter uns. Ein Jahr, das mit seinen Extremen auch an unserer Stadt nicht spurlos vorbeigegangen ist.
Ein Jahr zwischen der erfreulichen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt einerseits und der internationalen Finanzkrise auf der anderen Seite. Und dennoch ein Jahr, in dem Bad Oeynhausen alles in allem einen guten Schritt nach vorne getan hat.
Denn Hand aufs Herz: Geht es nicht den meisten unter uns derzeit besser als vor einem Jahr?
In vielen Branchen sind nach langer Pause wieder die Einkommen gestiegen. Einige Unternehmen haben zusätzliche Einstellungen vorgenommen. Und der Einzelhandel - das hören wir gerade in diesen Tagen - ist mit den Umsätzen offenbar sehr zufrieden. Auf der anderen Seite gibt es auch in unserer Stadt Mitbürger, denen es aus unterschiedlichen Gründen weniger gut geht. Sie benötigen Hilfe und Unterstützung von anderen. Und deshalb bin ich froh, dass engagierte Menschen ehrenamtlich nach gemeinsamen Lösungen suchen. Denn hier geht es um Mitgefühl und Interesse für den anderen.
Ein früherer Bundeskanzler hat einmal gesagt, dass wir keine Gesellschaft brauchen, in der viele fast alles über die Börse wissen - aber keiner mehr mitbekommt, wenn beim Nachbarn seit Wochen der Briefkasten nicht mehr geleert wurde. Dieser Aussage habe ich nichts hinzuzufügen.
Bei meinen Begegnungen mit jungen und älteren Menschen in Vereinen, Verbänden oder bei kirchlichen Veranstaltungen erlebe ich eine sehr erfreuliche Veränderung in unserer Gesellschaft. Ich denke da etwa an jene Gruppe, die den Angehörigen schwerkranker Menschen Zerstreuung und Abwechslung von der Pflege ermöglicht. Oder ich lerne engagierte Eltern und Großeltern kennen, die dafür sorgen, dass Hunderte von Schülern eine ausgewogene Mittagsmahlzeit erhalten. Und ebenfalls in unserer Stadt gibt es Menschen, die einen Beitrag zum aktiven Klimaschutz mit einer gemeinschaftlich finanzierten Solaranlage leisten.
Noch etwas hat sich in den vergangenen Jahren verändert: Unsere Familien sind wieder in den Mittelpunkt politischer Entscheidungen gerückt. Unsere Kinder und Enkelkinder sind unsere Zukunft. Deshalb haben wir auch im Haushalt 2009 einen finanziellen Schwerpunkt im Bereich der Kinderbetreuung und der Schule gesetzt.
Auch in der Stadtentwicklung tut sich etwas. Denken Sie nur an die Wandelhalle im neuen Glanz oder den Kurhausvorplatz. Hier müssen wir investieren, um der steigenden Gästezahl Rechnung zu tragen. Oder der Hochwasserschutz: Hier werden wir unser Schutzprogramm im Interesse der Anlieger fortsetzen.
Indessen konnte eine jahrzehntelange Diskussion über das größte Verkehrsproblem unserer Stadt beendet werden. Einigen gefällt die Entscheidung nicht, viele sind jedoch froh über den Ausgang dieses rechtstaatlichen und demokratischen Verfahrens und den Baubeginn.
Sie sehen: Unser Bad Oeynhausen ist auf einem guten Weg. Es gibt deshalb keinen Grund, in das allgemeine Klagelied einzustimmen. Weder die Vorhersagen der Wirtschaftsweisen noch die Prognosen anderer Experten haben uns in der Vergangenheit wirklich geholfen. Denn die Grundlage jeder Entwicklung ist unser eigenes Handeln. Darauf können wir uns verlassen.
Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie Mut und Zuversicht, einen guten Start und einen noch besseren Verlauf in 2009.
Ihr
Klaus Mueller-Zahlmann
Quelle: NW vom 31.12.2008