SPD Bad Oeynhausen

Gemeinsam für Bad Oeynhausen

»Wir haben riesiges Potenzial«

Veröffentlicht am 28.03.2011 in Stadtverband

SPD-Stadtverband diskutiert mit Gästen zur Zukunft des Staatsbades

Bad Oeynhausen (WB). Wenn Ende 2013 die Landesförderung für das Anfang 2004 kommunalisierte Staatsbad ausläuft, sind damit Risiken und Unwägbarkeiten verbunden. Um als Stadt darauf vorbereitet zu sein, muss ein Finanzierungsrahmen erarbeitet werden. Das haben die Besucher aus einer Veranstaltung des SPD-Stadtverbandes am Freitagabend im Hotel Hahnenkamp mitgenommen.

Die Quer-Subventionierung des Marketings für den Standort Bad Oeynhausen durch den Eigenbetrieb an die Staatsbad GmbH könne dabei nicht der Weisheit letzter Schluss sein, hatte zum Abschluss der etwa zweistündigen Veranstaltung Stadtverbandschef Dr. Olaf Winkelmann als eine der Schlussfolgerungen formuliert.

Vor der Diskussionsrunde mit etwa 60 Gästen hatten der Leiter des Eigenbetrieb Staatsbad, Dirk Henschel, und der Geschäftsführer der GmbH, Frank Oette, aus ihrer Sicht die aktuelle Lage beim Staatsbad beleuchtet und auf die nächsten Jahren mit Auslaufen der Landesförderung Ende 2013 vorausgeblickt.

»Ich bin zu 100 Prozent sicher, dass Bad Oeynhausen auch nach 2014 ein sehr attraktiver Gesundheits-Standort sein wird«, erklärte Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann. Er verwies darauf, dass in Bad Oeynhausen nach wie vor ein Drittel aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen auf die weiße Industrie entfalle. Er räumte ein, dass Frank Oette als Geschäftsführer der GmbH für das Marketing heute nicht mehr einen Etat wie beispielsweise noch zu Zeiten der Bad Oeynhausen Marketing, »zuletzt 2004 in Höhe von 230000 Euro«, zur Verfügung stehe.

Das Herausheben der Vorzüge Bad Oeynhausens sieht der GmbH-Geschäftsführer naturgemäß als vordringlichste Aufgabe. Als er vor eineinhalb Jahren nach Bad Oeynhausen gekommen sei, habe er festgestellt: »Bad Oeynhausen ist noch zu bescheiden. Andere Standorte mit ähnlichem Ansatz vermarkten sich mehr, haben aber weniger Potenzial als Bad Oeynhausen. Wir stellen unser Licht unter den Scheffel. Da müssen wir etwas tun. Das bringt uns langfristig nach vorne.«

In diesem Zusammenhang wies er unter anderem darauf hin, dass Bad Oeynhausen inzwischen als Reiseveranstalter am Markt sei. Erst jüngst sei die Vital-Wander-welt als Angebot sogar ausgezeichnet worden. Diese Form der Begleitung kranker Menschen durch das Herz- und Diabeteszentrum als Aushängeschild sei ein Alleinstellungsmerkmal. Unter den Heil- und Kurbädern gehöre Bad Oeynhausen unter die Top 10. Frank Oette: »Da sollten wir sehen, mitzuspielen.«

Mit Blick auf die Gebäudesubstanz des Staatsbades hatte der Bürgermeister zuvor erklärt: »Da ist jetzt sehr viel investiert worden, so dass die Aufwendungen von 2014 an für uns zunächst hoffentlich nicht so hoch sind.« Dirk Henschel, Leiter Eigenbetrieb, hatte mit Blick auf die laufende Sanierung der Wandelhalle erklärt, dass man bei diesem Gebäude für die nächsten 30 Jahre Ruhe haben werde. Dafür erntete er bei der anschließenden Debatte nicht nur Zustimmung.

Die Personalkosten beim Staatsbad seien seit 2004 deutlich reduziert worden. Dirk Henschel: »76 Beschäftigten zum 1. Januar 2004 stehen derzeit noch 25 gegenüber.« Die Therapie habe man in Gänze aufgeben. Henschel: »Die Dienstleistungen werden zum Teil von Mietern in unseren Räumen angeboten.«

Vom klassischen Kurbetrieb habe sich in den vergangenen Jahren der Wandel zum Unterhaltungsbereich, so mit dem GOP im Kaiserpalais und der Wandelhalle, »als inzwischen sehr gut angenommenen Veranstaltungsort«, vollzogen. Im Interview mit dieser Zeitung (Ausgabe 25. März) hatten Dirk Henschel und Frank Oette bereits zur auslaufenden Landesförderung und dem Staatsbad als Kulturträger mit dem Theater im Park und Großveranstaltungen wie den Parklichtern umfassend Rede und Antwort gestanden.

»Den Gegenwert von Marketing können Sie nicht in Mark und Pfennig ausdrücken. Wir müssen weiterhin Geld in den Bereich stecken«, führte Klaus Mueller-Zahlmann aus. Er rechne damit, dass auch die Kommunalaufsicht beim Kreis dies trotz der Tatsache, dass sich die Stadt im Nothaushalt befinde, genauso sehen werde.

Westfalen-Blatt vom 28.03.2011

 

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