Stefan Schwartze ehrt vier Genossen/Winkelmann fordert Aufbruchstimmung in der SPD
Bad Oeynhausen. Franz Müntefering war plötzlich allgegenwärtig in der Druckerei beim Adventskaffeetrinken des SPD Ortsverein Bad Oeynhausen Alt. Urkunden sind dafür verantwortlich, sie sind unbeirrbare Zeugen, was einmal war.
Als der Ortsvereinsvorsitzende Hans-Jürgen Daniel einen Blick auf die Urkunden der zu ehrenden SPD-Mitglieder warf, stellte er fest: „Und unterschrieben hat ja noch der Vorsitzende Franz Müntefering.“ Die Gegenwart in Form des neuen Vorsitzenden Sigmar Gabriel war aber auch präsent : Der neue SPD-Bundestagsabgeordnete Stefan Schwartze aus Vlotho war auf dem Parteitag der Genossen in Dresden, und von dort soll die Aufbruchstimmung bis in die Basis reichen. Schwartze ehrte am Samstag vier SPD-Mitglieder für 40 Jahre Treue zur Partei: Erwin Mölling, Wilfried Quade, Rosemarie Terbeck und Gerhard Budzynski nahmen die Urkunden stolz entgegen. Zwei zu ehrende Mitglieder waren nicht anwesend: Wolfgang Krebs (25 Jahre Mitglied) und Konrad Landwehr (40 Jahre).
Schwartze blickte motivierend auf das Eintrittsjahr 1969 zurück: „Das waren damals bewegte Zeiten, als ihr der Partei beigetreten seid. Am 21. Oktober 1969 wurde mit Willy Brandt erstmalig ein Sozialdemokrat Bundeskanzler, und die Mitgliederzahlen der SPD lagen zu Hochzeiten bei einer Million.“
Schwartze möchte zukünftig ein neues Profil für die Sozialdemokraten geschärft wissen. Man müsse „wie damals Willy Brandt wissen, wie man auf die Menschen zugeht . Wir sind auf eure Unterstützung angewiesen, wir können auch gemeinsam streiten für den Weg nach vorne“, so Schwartze. Der Bundestagsabgeordnete lobte die vier Geehrten für ihre Treue zur Partei: „Das ist für mich immer eine Freude und ein besonderer Anlass, so eine Ehrung vorzunehmen.“
Der Vorsitzende der SPD-Fraktion und des Stadtverbandes, Dr. Olaf Winkelmann, erinnerte in seiner Rede an die Aufbruchstimmung des Parteitages von Dresden, sagte aber auch mit Blick auf die Geehrten: „Wir sind nur so gut wie unsere Mitglieder. Von unten, von der Basis muss es wachsen.“ Die SPD, so Winkelmann, hatte in Bad Oeynhausen zu Spitzenzeiten 600 Mitglieder, nun seien es rund 400.
Der 79-Jährige Erwin Mölling, einer der Geehrten, blickte kurz auf das Jahr 1979, als er der SPD beitrat. „Durch die Gewerkschaft IG Metall bin ich in die kommunale Politik gekommen.“
Der heutigen jüngeren Generation wünscht und rät er, Politik lebendiger und aktiver zu gestalten: „Wir mussten nach dem Krieg um alles kämpfen, und wir waren auch bereit dazu. Heute sieht man vielleicht an der jetzigen Studentenbewegung, dass wieder mehr engagiert für Rechte gestritten wird und auf finanzielle Missstände aufmerksam gemacht wird.“ Vielen sei sehr viel zugefallen in der Wohlstandsgesellschaft, so Mölling. Da sprach wieder die klare Kante des Franz Müntefering.
© 2009 Neue Westfälische
Bad Oeynhausener Kurier, Montag 07. Dezember 2009