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Schwarz-Gelb versenkt Bildungschancen

Veröffentlicht am 06.12.2009 in Familie und Jugend

© Jürgen Müller

Der Besuch einer Kinderkrippe hat starken Einfluss auf die Bildungschancen. Bei Kindern, deren Eltern höchstens einen Hauptschulabschluss haben, verdoppelt sich annähernd die Wahrscheinlichkeit auf einen Gymnasialbesuch, zeigt eine aktuelle Studie. Gerade diese Familien nehmen aber überdurchschnittlich oft ein so genanntes Betreuungsgeld in Anspruch, so die Erfahrungen aus Norwegen. Die Familienministerin müsse endlich Schluss mit den Plänen für eine "Fernhalteprämie" machen, fordert daher Manuela Schwesig. Ein Bündnis aus 16 Verbänden, Gewerkschaften sieht das genau so.

Mit einem Satz im Koalitionsvertrag, Kapitel III, unter der irreführenden Überschrift "Sozialer Fortschritt" könnte Schwarz-Gelb die Bildungschancen zigtausender Kinder zerstören. Dort legen sich CDU,CSU und FDP auf die Einführung eines so genannten Betreuungsgeldes von 150 Euro ab 2013 fest. Dass dieses Instrument gerade bei Kindern aus sozial schwachen Familien extrem bildungsfeindlich wirkt, sagt die SPD schon seit die Union das als Forderung in ihr Wahlprogramm geschrieben hatte. Wie massiv es Kindern die Bildungschancen raubt, belegt jetzt eine Studie der Bertelsmann Stiftung.

"Bildungspolitisch ist das ein Schildbürgerstreich"

Demnach erhöht sich deutlich die Wahrscheinlichkeit, ein Gymnasium zu besuchen, wenn Kinder unter drei Jahren eine Kinderkrippe besucht haben – kommen diese aus sozial schwachen Familien um ganze 40 Prozent. Bei Kindern aus Zuwandererfamilien sind es sogar 55 Prozent. Am stärksten profitieren Kinder, deren Eltern höchstens einen Hauptschulabschluss haben. Der Krippenbesuch verdoppelt nahezu ihre Chancen, später auf einem Gymnasium lernen zu können.

Gleichzeitig belegen Untersuchungen aus Norwegen, das 1998 ein Erziehungsgeld eingeführt hatte, dass gerade Mütter mit niedrigem Bildungsniveau und geringem Einkommen sowie Familien mit Migrationshintergrund überdurchschnittlich oft die Geldleistung in Anspruch nehmen. "Die Ergebnisse zeigen, dass das geplante Betreuungsgeld die falschen politischen Weichen stellt", fasst Dr. Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung die Studienergebnisse zusammen. "Bildungspolitisch ist das ein Schildbürgerstreich."

Schwesig: Weg mit der "Fernhalteprämie"

So sieht das auch Manuela Schwesig. Die stellvertretende SPD-Vorsitzende kritisiert das Betreuungsgeld als "extrem kinderfeindlich". Wichtige Bildungsangebote in einem entscheidenden Alter würden Kindern durch das Betreuungsgeld verwehrt – und ihnen damit Lebenschancen genommen. Die neue Familienministerin Kristina Köhler forderte Schwesig daher auf, "Schluss mit diesem Unsinn zu machen. Sie muss mehr Geld in frühkindliche Bildung investieren statt die Fernhalteprämie zu pushen", sagte die stellvertretende Parteivorsitzende am Freitag der Deutschen Presseagentur. Schätzungen zufolge wird das Betreuungsgeld über eine Milliarde Euro jährlich kosten – viel Geld der Steuerzahler für die Vernichtung von Bildungschancen.

Breites Bündnis gegen das Betreuungsgeld

Indes haben auch 16 Gewerkschaften, Verbände – auch aus der Wissenschaft – sowie die Arbeitsgemeinschaft der Frauen in der SPD, ASF in einem offenen Brief die Regierung aufgefordert, ihre Pläne zu streichen. "Das Betreuungsgeld widerspricht den Prinzipien einer modernen Gesellschaft. Es konterkariert die gleichstellungspolitischen, sozialpolitischen und familienpolitischen Ziele, für die sich die Interessenvertretungen seit Jahren einsetzen", heißt es da. Höchste Priorität müsse stattdessen der Ausbau der Kinderbetreuung haben.

 

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