Auch in NRW nimmt die Gefahr zu
Eine Delegation der NRW Jusos wurde in der Nacht zum Sonntag auf einem Rastplatz bei Jena von gewaltbereiten Nazis überfallen. 3 Personen wurden bei dem Übergriff verletzt und mussten teils im Krankenhaus behandelt werden.
Die Jusos befanden sich auf der Heimfahrt aus Dresden, wo sie gemeinsam mit mehr als 10.000 Menschen an der Demonstration “Geh-Denken” teilgenommen hatten, um gegen den Aufmarsch von Rechtsextremisten zu protestieren.
“Der Überfall der Nazis kam für uns völlig überraschend. Sie haben ohne Grund auf Mitglieder unserer Delegation eingeprügelt und nicht einmal von bereits am Boden liegenden Personen abgelassen”, erklärt Miriam Baumeister, Mitglied im Juso-Landesvorstand. “Niemand aus unserer Gruppe hat sich auffällig oder aggressiv verhalten, wir haben lediglich eine Pause machen wollen.”
Nils Roschin, ebenfalls Mitglied im Vorstand der NRW Jusos, ergänzt: “Wir wissen um die Gewaltbereitschaft der Rechtsextremen-Szene und sind dennoch schockiert von der Brutalität der Schläger. Die Polizei muss nun im ersten Schritt die Ermittlungen gegen die Täter aufnehmen und die Schuldigen bestrafen. Des Weiteren muss die Politik endlich eine umfassende Strategie im Kampf gegen Rechtsextremismus entwickeln und durchsetzen.”
Auch in NRW muss sich die Politik stärker gegen Rechts aggieren, so der stellv. Juso-Vorsitzende Jens Vogel aus Minden-Lübbecke, und nicht länger die Augen davor verschließen.
Gerade die “Autonomen Nationalisten” haben in NRW fußgefasst und treten immer aggressiver gegen den “politischen Gegner”, Polizei und Presse auf, wie zuletzt bei der 1. Mai-Demo in Dortmund im letzten Jahr. Im Bereich Aachen und Dortmund, sowie in der Region OWL sind die “Autonomen Nationalisten” aktiv.
Die “junge rechte Szene” hat sich vom “Glatzen- und Springerstiefel”-Style verabschiedet und marschieren nun als “Schwarzer Block” in “schwarzen Kaputzenpullis und Palituch” auf Demonstrationen und sind damit von “Links-Autonomen” kaum noch zu unterscheiden.
Auch wildern die “Autonomen Nationalisten” mit der Themenbesetzung im “linken Spektrum” und geben sich als Globalisierungskritiker und versuchen die “soziale Frage” für sich zu nutzen. Sie wollen die Straße und die Köpfe für sich gewinnen und scheinbar haben sie in NRW damit Erfolg. Momentan spricht der Verfassungsschutz von NRW von 20 losen Gruppen, die schnell mobilisieren können und einen breiten Aktivierungsgrad haben.
Die “Autonomen Nationalisten” werden zu einer größeren Gefahr und die Politik muss jetzt mit Programmen gegensteuern, aber auch der Jugend Perspektiven im Bereich “Ausbildung und Arbeit” und Möglichkeiten der eigenen Entfalltung z.B. in “Alternativen Jugendzentren” bieten, anstatt im Bereich “Kinder- und Jugendarbeit” die Finanzmittel zusammenzustreichen.