Bildunterschrift: Nadi Ibrahim mit Stefan Schwartze
"Jugend und Parlament hat mir viel Spaß gemacht. Wir hatten ein volles Programm mit vielen spannenden Themen. Ich habe viel Neues gelernt", begeistert sich die 17jährige Nadi Ibrahim aus Bad Oeynhausen. Sie war eine von 312 Jugendlichen aus ganz Deutschland, die mit dem Planspiel Jugend und Parlament den Parlamentsbetrieb kennengelernt haben.
Die Jugendlichen bekommen andere Namen und werden Mitglieder einer fiktiven Partei. So wurde aus Nadi Ibrahim die Abgeordnete der Christlichen Volkspartei (CVP) mit dem Namen Jasmin Fayad. "Das Klima war locker und harmonisch. Streit gab es nur bei der Verteilung der Positionen wie Fraktionsvorsitzender, Ausschussvorsitzender oder Arbeitsgruppensprecherin. Aber am Ende haben wir uns immer geeinigt", so Nadi Ibrahim.
Zum Begleitprogramm gehörte auch ein Treffen mit dem heimischen Bundestagsabgeordneten Stefan Schwartze (SPD). „Es war toll, dass er sich so viel Zeit für mich genommen hat“, so Nadi Ibrahim. „Er war vor zwei Wochen schon einmal an meiner Schule, der Realschule Süd in Bad Oeynhausen. Da haben wir schon spannende Diskussionen mit ihm geführt. Jetzt konnte ich auch mal persönlichere Fragen stellen, zum Beispiel, was er konkret im Wahlkreis macht“.
Auch über das Reichstagsgebäude kamen die beiden ins Gespräch. Jeden Morgen ist Nadi Ibrahim früh aufgestanden, um vor Beginn der Veranstaltung, das Reichstagsgebäude zu besichtigen „Besonders toll war die Kuppel. Aber auch die riesenhohen Wände und die alten Mauern haben mich beeindruckt“.
Der Höhepunkt der Veranstaltung kam zum Schluss: Die Jugendlichen debattierten im Plenarsaal unter anderem um PKW-Maut, Datenschutz und Pflegezeit. Die Plenarsitzung der Christlichen Volkspartei (CVP), der Liberalen Reformpartei (LRP), der Partei der sozialen Gerechtigkeit (PSG) und anderer fiktiver Fraktionen leiteten die echten Bundestags-Vizepräsidenten Eduard Oswald, Petra Pau, Wolfgang Thierse, Katrin Göring-Eckardt und Hermann Otto Solms.
Nadi Ibrahims Partei kämpfte für ein neues Pflegezeitgesetz. Dafür musste die CVP einen Koalitionspartner finden und einen Kompromiss eingehen. Am Ende entschieden sich die jungen Abgeordneten für fünf Tage bezahlte Pflegezeit und weitere 5 Tage unbezahlte Pflegezeit.
„Als ich im Plenarsaal saß, musste ich daran denken, dass ich vor einem Jahr auf der Besuchertribüne des Plenarsaals gesessen habe. Wie die drei Schulklassen, die uns bei unserer Plenarsitzung zusehen durften. Es war ein tolles Gefühl, dort zu sitzen, wo eigentlich nur die Abgeordneten sitzen dürfen. Vielleicht sitzt nächstes Mal einer von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der drei Schulklassen hier“, so Nadi Ibrahim.