SPD informiert sich über regenerative Energiegewinnung und mechanisch-biologische Abfallbehandlung
Bad Oeynhausen/Hille: Gut 50 Sozialdemokraten folgten der Einladung des SPD-Stadtverbands Bad Oeynhausen und des SPD Gemeindeverbands Hille und konnten sich im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Wiehengespräche“ vor Ort über die „Pohlsche Heide“ informieren. Begrüßt wurden die Genossen vom Landrat Dr. Ralf Niermann, Burkart Schulte, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft GvoA und Ulrich Kaase, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion.
Durch die in den letzten Jahrzehnten ständig steigenden Anforderungen im Bereich der Abfallwirtschaft ist auch auf der Pohlschen Heide die ständige Verbesserung und Modernisierung der Anlagen und Abläufe in den Vordergrund gerückt. „Was zunächst als traditionelle Mülldeponie begann, hat sich innerhalb weniger Jahre zu einem der modernsten Abfallentsorgungsbetriebe in Nordrhein-Westfalen entwickelt“, erklärte Jürgen Striet, Chef der Eigentümergesellschaft AML. Statt in eine für den Endverbraucher kostenintensivere und für die Umwelt weniger sinnvolle Müllverbrennungsanlage zu investieren, „beschlossen Politik und Kreis stattdessen in eine Mechanisch-Biologische Abfallbehandlung (MBA) zu investieren“.
Nach der Begrüßung stieg die SPD-Besuchergruppe in den Bus, um sich ein Bild von der Größe und Funktion des gesamten Areals, der MBA und des Kompostwerks zu machen. Mit vielen Zwischenstopps erklärte der Leiter der MBA, Thomas Kropp, die Arbeitsweisen der Anlagen.
Bei der Mechanisch-Biologischen Abfallbehandlung werden Abfälle, die deponiert werden sollen, zunächst vorbehandelt. So wird die gesetzlich vorgeschriebene umweltgerechte Deponierung gewährleistet. Nachdem verwertbare Stoffe der Restmüllmenge entzogen wurden, werden diese in kontrollierten Prozessen behandelt, so dass am Ende keine chemischen oder biologischen Reaktionen mehr entstehen können. „Der so behandelte Abfall, der im Verlauf des gesamten Prozesses auf ca. ein Drittel seines Anfangsvolumens reduziert wurde, wird dann auf der Deponie endgelagert“, erläuterte Kropp. Neben der verbesserten Umweltverträglichkeit gibt es einen weiteren Vorteil: „Der Platzbedarf für die Deponie wird soweit minimiert, dass weitere, bereits genehmigte Flächen zur Deponierung wahrscheinlich nicht mehr benötigt werden“.
Wünschenswert für die MBA wäre eine Abfallmenge von jährlich 100.000 Tonnen, zurzeit werden allerdings nur ca. 82.000 Tonnen verarbeitet. An einer verbesserten Auslastung wird gearbeitet. Als Wirtschaftsbetrieb des Kreises werden die Betriebskosten für die Deponie auf alle Städte und Gemeinden und somit auch auf alle Einwohner des Kreises verteilt. „Somit ist es auch im Interesse aller, die Auslastung und damit den Betrieb möglichst auskömmlich zu gestalten“, so Kreisdezernent Jürgen Striet.
Neben der MBA wird auf der Pohlschen Heide auch ein modernes Kompostwerk mit Biogasanlage betrieben. Dabei wird der Bioabfall im Kompostwerk vorbehandelt. Stör- und Schadstoffe müssen zum Teil von Hand aussortiert werden. Danach wird dem Abfall noch die notwendige Menge an Grünschnitt zugemischt, bevor er in den Intensivrottehallen bei einer Temperatur von bis zu 75 Grad Celsius voll automatisch zu Kompost weiterverarbeitet wird.
Dieser Prozess dauert etwa 8-10 Wochen. Nach einer weiteren Lagerung in einer offenen Halle kommen die Endprodukte sowohl in privaten Gärten als auch in der Landwirtschaft zur Verwendung. Die natürlich anfallende Menge an Biogas beim Rottungsprozess wird in der angeschlossenen Biogasanlage zur Energiegewinnung für das Krankenhaus in Bad Oeynhausen und weiteren Gebäuden im Kreis genutzt.
In der abschließenden Diskussionsrunde und bei einem kleinen Imbiss konnten die Fragen der Genossen mit den Verantwortlichen der Pohlschen Heide erörtert werden. Durch die informative Präsentation zu Beginn der Besichtigung zeigten sich die meisten beeindruckt über die Veränderungen im Bereich der Abfallwirtschaft und lobten eine durchweg gelungene Veranstaltung.
„Mit der Pohlschen Heide hat der Kreis einen modernen und wirtschaftlich arbeitenden Abfallentsorgungsbetrieb“, fassten die SPD-Vorsitzenden aus Bad Oeynhausen und Hille, Olaf Winkelmann und Ulrike Grannemann, den Nachmittag zusammen und dankten den Verantwortlichen der Anlage für die gute Vorbereitung.
Auch die nächste gemeinsame Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Wiehengespräche“ steht schon vor der Haustür: Am 10. August wollen beide SPD-Stadtverbände den Bau- und Trassenverlauf der Nordumgehung mit Vertretern von Straßen NRW besichtigen. „Interessierte Bürger sind herzlich eingeladen und zum Abschluss wird es einen gemütlichen Ausklang bei Bratwurst und kalten Getränken geben“, so Winkelmann.