SPD Bad Oeynhausen

Gemeinsam für Bad Oeynhausen

»Jugend soll aktiv mitarbeiten«

Veröffentlicht am 29.10.2012 in Stadtverband

Foto: Jens Vogel/SPD Minden-Lübbecke

Mahnende Worte bei Feier zum 40-jährigen Bestehen des SPD-Stadtverbandes im Volksbank-Pavillon

Bad Oeynhausen (WB). Eine Liebesheirat war es nicht, trotzdem hält die Ehe nun schon vier Jahrzehnte: Am Freitag haben die neun SPD-Ortsvereine aus Bad Oeynhausen das 40-jährige Bestehen des Stadtverbandes gefeiert. Vor der Gebietsreform Anfang 1973 mussten sich die Ortsvereine zusammenschließen. »Ich hoffe, dass wir in zehn Jahren auch noch die goldene Hochzeit feiern«, sagte Dr. Olaf Winkelmann. Während seiner Rede im Pavillon der Volksbank in Eidinghausen rekapitulierte der Stadtverbandsvorsitzende die Entwicklungen in der Kommunalpolitik in den vergangenen Jahrzehnten, die seiner Meinung nach nicht immer positiv waren.

»Die Abschaffung der Sperrklausel bei Kommunalwahlen führte beispielsweise dazu, dass wir in Bad Oeynhausen sieben Fraktionen haben. Seitdem ist es schwer, Anträge mit einer Mehrheit durchzusetzen«, sagte Olaf Winkelmann. Außerdem würden die kommunalpolitischen Themen immer komplizierter, so dass es für ehrenamtliche Ratsmitglieder schwer sei, sich ausreichend einzuarbeiten, um ihre Aufgaben zu erfüllen – »nämlich Anträge zu bewerten und die Verwaltung zu kontrollieren«.

Der Stadtverbandsvorsitzende richtete den Blick auch in die Zukunft. Und zwar in eine Zukunft, die er sich persönlich wünscht. »Ich habe eine Vision, dass wir uns in zehn Jahren als Stadtverband von Bad Oeynhausen und Löhne treffen und einen Vertreter des Kreises Herford-Minden-Lübbecke begrüßen dürfen«, sagte Olaf Winkelmann.

Einen Blick zurück warf Heinz Böcke, der nicht nur seit 1947 Mitglied der SPD ist, sondern auch 18 Jahre Stadtverbandsvorsitzender der Sozialdemokraten in Bad Oeynhausen war. »Nach der Gebietsreform war das Wir-Gefühl in den Ortsgruppen nicht direkt vorhanden. Schließlich waren die Strukturen sehr unterschiedlich. Ich habe mich aber immer bemüht, die Gemeinsamkeiten in den Vordergrund zu stellen«, betonte der Sozialdemokrat.

Auch die ehemalige Bürgermeisterin Toni Fritz ließ ihre Amtszeit als erste Frau und letzte ehrenamtliche Bürgermeisterin von Bad Oeynhausen Revue passieren. »Ein Zuckerschlecken war es nicht. Damals waren die Frauen höchstens Kassiererinnen oder Schriftführerinnen und hielten sonst den Mund. Ich habe aber schon immer gerne meine Meinung gesagt«, berichtete sie. Ihr Ziel sei es gewesen, die Frauen dazu zu ermutigen, in der Politik aktiv zu werden. Nur leider habe sich an dem Mangel an weiblichen Ratsmitgliedern immer noch nichts gebessert. »Ich würde eine Frauenquote im Rat befürworten.«

An die Diskussionen über den Bau der Nordumgehung erinnerte der ehemalige Bürgermeister Wilhelm Spilker, der ebenfalls an der Feier zum 40-jährigen Bestehen des SPD-Stadtverbandes teilnahm. »Der Bad Oeynhausener Norden verändert sich landschaftlich enorm. Dennoch können wir froh sein, wenn die A30 fertiggestellt ist. Denn die Mindener Staße und die Kanalstraße sind die schlechtesten Werbemittel für die Kurstadt. Bad Oeynhausen gilt dadurch als der Ort, wo man im Stau steht«, betonte er. Es mache keinen Sinn, weiter über den Bau zu diskutieren, da die höchste demokratische Instanz – das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig – ihre Entscheidung getroffen habe.

Für den ehemaligen Stadtverbandsvorsitzenden Manfred Kreylos ist es eine Herzensangelegenheit, Nachwuchs für die politische Arbeit zu gewinnen. »Man muss der Jugend klar machen, dass sie nicht nur gegen etwas protestieren, sondern vorher aktiv in der Politik mitarbeiten soll.«

Quelle: WB vom 29.10.2012

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