FOTO: JÖRG STUKEOrtstermin in Volmerdingsen: SPD lehnt Pläne zur Lagerung von Erdaushub beim Bau der Nordumgehung ab
Bad Oeynhausen (juk). Der Landschaftsplaner gab sich redlich Mühe, die Vorteile einer Bodendeponie an der Öringsener Straße für den Bau der Nordumgehung zu schildern. Die massiven Bedenken der SPD-Fraktion aber auch des Vertreters des Kreis-Umweltamtes konnte Ulrich Kortemeier gestern beim Ortstermin in Volmerdingsen aber nicht zerstreuen.
Zu erdrückend wirkten die Zahlen, die Kortemeier den Politikern präsentierte: Auf 71.000 Quadratmeter Fläche möchte die Firma Müller (Veltheim) in Volmerdingsen 190.000 Kubikmeter Boden einlagern, die beim Bau der Nordumgehung in Eidinghausen anfallen. Bis zu acht Meter hoch soll der Boden auf der Ackerfläche aufgeschichtet werden. 300 Lastwagen pro Tag würden dann von der Eidinghausener Straße nach Volmerdingsen rollen.
„Der Boden muss ja irgendwo hin, und jeder Standort ist schlecht“, sagte Kortemeier, der im Auftrag der Firma Müller nach Deponiestandorten gesucht hat. 17 Standorte seien untersucht worden, der an der Öringsener Straße sei der beste. „Die Alternative etwa in Veltheim liegt zehn Kilometer weiter von der Baustelle entfernt,“ so Kortemeier.
Der ins Auge genommene Standort in Volmerdingsen liegt allerdings im Landschaftschutzgebiet. „Das hier sind herausragende und sensible Flächen,“ gab Michael Geisler vom Kreis-Umweltamt zu bedenken. Und Friedhelm Schäfer (SPD) sagte: „Das wäre ein Frevel an den Bürgern in Volmerdingsen“. SPD-Chef Olaf Winkelmann fasste die Meinung seiner Fraktion zusammen: „Wir werden den Kreis auffordern, einer Deponie nicht zuzustimmen.“ Michael Geisler sieht in Umweltamt und Landschaftsbeirat ohnehin eine Tendenz zur Ablehnung.
Skeptische Blicke: Ulrich Kortemeier (4. v. l.) erläutert Olaf Winkelmann, Karl Hermann Hottel, Michael Geisler und Ulrich Kaase (v. l.) die Deponie-Pläne.
Aus: NW - Bad Oeynhausener Kurier, Freitag 24. April 2009