SPD, Grüne, BBO, Linke und UW wollen bei der Wahl im September 2015 mit einem gemeinsamen Bewerber antreten / Der Name soll erst im Januar genannt werden
Von Jörg Stuke
Bad Oeynhausen. Was am Mittwoch im Stadtrat noch Vermutung blieb, ist nun Gewissheit. Die fünf Parteien SPD, Grüne, BBO, Linke und UW wollen im nächsten Jahr einen gemeinsamen Bürgermeister-Kandidaten ins Rennen schicken. Das bestätigten gestern mehrere Fraktionsvorsitzende gegenüber der NW.
"Richtig ist, dass die fünf Parteien Gespräche mit dem Ziel führen, zur Bürgermeisterwahl im September 2015 einen gemeinsamen Kandidaten aufzustellen", sagte Olaf Winkelmann (SPD). "Wir sind da aber noch im Verfahren", so der SPD-Chef. Als Grund für das Bürgermeister-Bündnis nannte Winkelmann: "Wir wollen gemeinsam Verantwortung für die Stadt übernehmen." Genau das war auch am Mittwoch im Rat schon Grundtenor, als die fünf Parteien den Haushaltsplan 2015 geneinsam verabschiedeten.
Zum Hintergrund erläutert Winkelmann: "Die SPD hatte nach dem Verzicht von Michael Roy ja keinen Kandidaten mehr." Die SPD-Spitze hatte Michael Roy Anfang Juli nach einem umfangreichen Bewerbungsverfahren als ihren Bürgermeister-Kandidaten präsentiert. Doch an der Parteibasis rührte sich wachsende Kritik an der Entscheidung für den 57-Jährigen aus Essen. Am 30. September erklärte Michael Roy, dass er auf eine Kandidatur verzichte.
"Daraufhin sind die anderen Parteien ermutigend auf uns zugekommen", berichtet Winkelmann. In ersten Gesprächen sei man übereingekommen zu schauen, "ob sich nicht in der näheren Umgebung ein geeigneter Kandidat finden lässt", so Winkelmann weiter.
Dass auch die BBO (Bürger für Bad Oeynhausen) ein solches Bürgermeister-Bündnis mittragen würde, bestätigte der Fraktionschef Reiner Barg. "Wir müssen die Probleme in Bad Oeynhausen - wie die Finanzlage, das Staatsbad-Defizit oder die Bädersituation - endlich konsequent angehen", sagte Barg. "Das kann man aber nicht als wilder Hühnerhaufen tun. Da muss man vernünftig zusammenarbeiten." In der Konsequenz erfordere das auch einen Bürgermeister, der eine vernünftige Verbindung zwischen Rat und Verwaltung herstelle. "Die Hauptaufgabe des hauptamtlichen Bürgermeisters ist eben nicht das Repräsentieren", sagte Barg.
"Wir wollen einen fachlich qualifizierten, möglichst überparteilichen Menschen in dem Amt sehen", sagte Andreas Korff (Linke). Seine Partei beteilige sich an dem Bündnis,, "weil es in dieser Frage einen möglichst breiten Kompromiss geben sollte." Volker Brand wollte eine Beteiligung der Grünen zwar nicht dementieren, aber ebenso wie Thomas Heilig (UW) nichts Näheres dazu sagen. "Das ist alles erst noch auf dem Weg", so Brand.
Nach Informationen der NW aber sind wichtige Schritte auf diesem Weg schon getan. So soll es einen heißen Kandidaten geben, dessen Name aber noch nicht kolportiert wird. Zunächst, so betont Winkelmann, müssten die Parteigremien informiert werden.
Die SPD will das auf einer Stadtverbandsversammlung am 21. Januar tun. Stimmen die Gremien zu, dann wollen die Partien am 23. Januar ihren Kandidaten dann öffentlich vorstellen.
CDU-Vorsitzender Kurt Nagel zeigte sich vom Gemeinschaftskandidaten überrascht. "Wenn ein Kandidat zu all diesen Parteien passen soll, dann muss es sich ja um eine Art eierlegende Wollmilchsau handeln", sagte Nagel. Die CDU werde in jedem Fall einen eigenen Kandidaten aufstellen. Ob der Kurt Nagel heißt? "Das klären wir im Januar", sagte Nagel.
Und Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann hält sich nach wie vor eine eigene Kandidatur offen. "Ein gemeinsamer Kandidat von fünf Fraktionen hat auf meine Entscheidung keine unmittelbare Auswirkung", so der Amtsinhaber.
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12 - Bad Oeynhausen, Freitag 19. Dezember 2014










