Flieger werden ab 2012 in das Emissionshandelssystem einbezogen
Das Europäische Parlament hat gestern in zweiter Lesung mit großer Mehrheit einen Kompromiss mit dem Rat zur Einbeziehung des Luftverkehrs in den Emissionshandel angenommen.
Mechtild Rothe, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments begrüßte, dass damit erstmals alle Flüge, sowohl innerhalb als auch außerhalb der EU in das Emissionshandelssystem aufgenommen werden: "Es ist vor allem ein richtiges und wichtiges Signal, dass alle Flugzeuge mit einem Abfluggewicht ab 5,7 Tonnen einbezogen werden. Auch Geschäftsflugzeuge sind damit in das System integriert!"
Christdemokraten und Liberale hatten hingegen eine Ausnahme für besonders privilegierte Gruppen gefordert. "Mit uns wird es keine Zwei-Klassen Emissionsrechte geben!" so die SPD-Europaabgeordnete Rothe.
Zwischen 1990 und 2003 seien die Treibhausgasemissionen aus dem Flugverkehr um 73% gestiegen. "Mit einer CO2-Obergrenze von 97% im Jahre 2012 und ab 2013 95% wird der Trend zu immer schneller ansteigenden Emissionen aus dem Flugverkehr gestoppt. Die Trendwende ist eingeleitet", erklärte die Energieexpertin Rothe.
Hintergrund:
Das Kompromisspaket zwischen Rat und Europäischem Parlament sieht vor, dass Fluggesellschaften, die in Europa starten oder landen ab 2012, wie andere Industriesektoren auch, am Handel mit CO2-Zertifikaten teilnehmen. Die Emissionen der Flieger sollen auf 97% der Durchschnitts-Emissionen der Jahre 2004 bis 2006 begrenzt werden. Ab 2013 sollen es nur noch 95% dieser Emissionen sein. 15% der Zertifikate sollen von den Fluggesellschaften ersteigert werden und 85% kostenlos vergeben werden.
Das legislative Verfahren ist mit dieser Abstimmung abgeschlossen.