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Elke Ferner zum Internationalen Frauentag: Es liegen noch große Schritte vor uns

Veröffentlicht am 04.03.2011 in Frauenpolitik

Im Vorfeld des Internationalen Frauentages am 8. März erklärt die Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF), Elke Ferner:

Das saß: Es handele sich um „die wuchtigste Demonstration für die Gleichberechtigung der Frau, die die Welt bis jetzt gesehen hat“, schrieb die Sozialdemokratin Clara Zetkin 1911 in der SPD-Frauenzeitung DIE GLEICHHEIT. Die Frauenrechtlerin hatte den Stein für den Internationalen Frauentag ins Rollen gebracht. Eine Million Frauen gingen auf die Straße – für damalige Verhältnisse eine unfassbar große Zahl. Sieben Jahre später führte die Sozialdemokratie das Frauenwahlrecht ein.

Viele Namen der Wegbereiterinnen sind vergessen. Aber nicht das, was sie geschafft haben. Denn wir sind auf dem Weg zur Gleichstellung von Frauen und Männern weit voran gekommen.

Frauen haben selbstverständliche Rechte immer hart erstreiten müssen. Von allein ging nichts. Bis 1977 durften bundesdeutsche Ehemänner sogar entscheiden, ob ihre Frauen arbeiten oder nicht. Juristisch sind Frauen und Männer heute gleichgestellt. Nicht aber in der Realität.

Frauen verdienen im Durchschnitt 23 Prozent weniger als Männer. Dafür gibt es keinen nachvollziehbaren Grund. Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit ist aktueller denn je. Von Lippenbekenntnissen, die folgenlos bleiben, haben die Frauen genug. Gleichstellung gibt es nicht umsonst. Daher machen wir uns für ein Entgeltgleichheitsgesetz stark.

Und in den Aufsichtsräten sitzen nur 3 Prozent Frauen - obwohl Frauen bessere Schulabschlüsse machen und häufiger studieren als Männer. Warum sollte sich unsere Gesellschaft das erlauben können? Tage wie der Internationale Frauentag tragen zu einem Bewusstseinswandel bei. Und diesbezüglich ist schon viel erreicht.

Ohne Gesetze geht es nicht. Das hat die Erfahrung gezeigt. Die Zeit dafür ist reif wie nie zuvor. Wer auf Gutwilligkeit setzt, nimmt Stillstand in Kauf. Daher brauchen wir eine Quote für Frauen und Männer. Mit klaren Regeln und Zielvorgaben. Verbindlich. Mindestens 40 Prozent Frauen in Aufsichtsräten und Vorständen. Wir haben wieder einmal feststellen müssen, dass von der Bundeskanzlerin nicht viel zu erwarten ist. Sie hat die Protagonistinnen für eine verbindliche Quote zurückgepfiffen. Die Erkenntnis ist bitter: Eine Schwalbe machte noch keinen Sommer. Frauen, die ganz oben angekommen sind, sind kein Selbstzweck. Sie müssen auch etwas für andere Frauen tun. Ich appelliere daher an die Frauen: Lasst es uns endlich wagen, die obersten Führungsetagen aufzumischen.

Die meisten Frauen und immer mehr Männer wollen nicht mehr nach den alten Rollenmustern leben. Sie wollen sich gemeinsam Beruf und Karriere einerseits und familiäre Sorge andererseits teilen. Deshalb wollen wir Elternzeit und Elterngeld partnerschaftlich aufteilen. Wir wollen auch eine Pflegezeit mit Lohnersatzleistungen einführen, die partnerschaftlich aufgeteilt wird.

Damit Teilzeitarbeit nicht zur Sackgasse oder zum Karrierekiller wird, fordern wir einen rechtlichen Anspruch auf befristete, möglichst vollzeitnahe Teilzeit. Es muss auch gesetzlich verboten werden, Teilzeitbeschäftigte zu diskriminieren.

Die wöchentlich zulässige Arbeitszeit für die Minijobs wollen wir wieder begrenzen. So wollen wir Lohndumping verhindern. Dem Ausufern der Minijobs muss ein Ende gesetzt werden.

Wir wollen das Ehegattensplitting umgestalten hin zu einer individuellen Besteuerung beider Ehegatten. Das soll aus Gründen des Vertrauensschutzes nur für künftige Ehen gelten. Gegenseitige Unterhaltsverpflichtungen werden steuerlich angerechnet.

Die männlich geprägte Präsenzkultur hat ausgedient! Wir wollen ein partnerschaftliches Miteinander nicht nur im privaten Bereich, auch in der Arbeitswelt. Dazu gehören flexible Arbeitszeiten und eine andere Arbeitsorganisation. So bleibt neben dem Beruf Raum für Familie, Weiterbildung, gesellschaftliches Engagement und Freizeit.

Meilensteine sind geschafft, noch liegen viele kleine und große Schritte vor uns. Auch deshalb gehen wir wieder raus am Internationalen Frauentag.

Denn ohne Gleichstellung kein Fortschritt!

Den Beschluss des SPD-Parteivorstandes „Für ein partnerschaftliches und gleichberechtigtes Miteinander von Frauen und Männern“ anlässlich des diesjährigen 100. Jahrestages des Internationalen Frauentages finden Sie unter folgendem Link:

http://www.spd.de/aktuelles/Pressemitteilungen/9150/20110221_beschluss_frauentag_miteinander.html

 

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