Heinz Böcke feiert mit Familie, Chormitgliedern und Freunden seinen 90. Geburtstag
Bad Oeynhausen. Der schönste Tag in seinem Leben? Da musste Heinz Böcke nicht lange überlegen: „Das war die Hochzeit mit meiner Hildegard.“ Nicht sein gestriger 90. Geburtstag, dessen Vormittag der Politik gehörte. Der ist der Träger des Bundesverdienstkreuzes seit 62 Jahren durch seine Mitgliedschaft in der SPD verbunden. Abends wurde weitergefeiert. Mit Familie, ehemaligen Schülern und Sängern des MGV „Einigkeit“, den der frühere Lehrer und fünffache Vater mehr als 50 Jahren leitete.
Zur Hochzeit, Heinz Böcke erinnerte sich genau, waren 43 Gäste gekommen. Der gestrige Geburtstagsmorgen begann mit einem „ganz frühen“ Blumengruß aus dem englischen Wear Valley – zum Zeichen der Verbundenheit. „Darüber habe ich mich sehr gefreut“, sagte der Jubilar lachend ob der anhaltenden Kontakte zu Bad Oeynhausens Partnerstadt. Dieses Bündnis pflegt er ebenso dauerhaft und liebevoll, wie das zum französischen Fismes.
Gut 30 Geladene waren es, die im Schloss Ovelgönne auf einen Gast names Horst Salzmann stießen, der zudem Beweis innerdeutscher Freundschaft war und ist. Böcke hatte ihn 1956 beim Sängerfest auf der Wartburg kennengelernt und einen Besuch des Jugendchores aus dem damaligen ostdeutschen Annaberg angeregt. Salzmann setzte sich in Berlin (Ost) für dieses Ansinnen ein, die Reise wurde 1961 genehmigt. „Das gelang aber nur, weil die jungen Sänger nicht bei Familien untergebracht wurden, sondern gemeinsam auf der Lutherschen Egge übernachteten“, erinnerte sich der Initiator. „Geblieben ist von denen kein einziger“, wusste Heinz Böcke, der auf diese Weise ganz nebenbei ein kleines Stück deutsch-deutscher Geschichte schrieb.
Gleich mehrere Kapitel verantwortete der Grandseigneur der Bad Oeynhausener Sozialdemokratie in der Kurstadt selbst, wo ihn Landrat Ralf Niermann gestern als „einen Glücksfall“ bezeichnete, der nach dem Krieg einer der Männer und Frauen der ersten Stunde gewesen sei, „die mitgestalten wollten und für die neue Demokratie gestritten haben“.
Ähnlich sah es Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann, der den Jubilar als „standhaften und tatkräftigen Demokraten“ würdigte, dem es „mit Nachdenklichkeit und Überzeugungskraft immer wieder gelang, Menschen von seinen Zielen zu überzeugen“. Am Abend ging der Geburtstagsreigen weiter. 78 Gratulanten. „Es werden immer mehr“, stellte der rüstige Pensionär Heinz Böcke fest. Und freut sich: „Aber Hallo.“
© 2009 Neue Westfälische
Bad Oeynhausener Kurier, Mittwoch 18. Februar 2009