Für eine Kultur der Gemeinsamkeit
Unter dem Titel "Allein ist nicht genug" - Für eine neue Kultur der Gemeinsamkeit veranstaltete die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) am Freitag, den 28.11., in der Mensa der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule eine Diskussionsrunde mit Prof. Dr. Gesine Schwan. Moderiert wurde die Veranstaltung vom stellv. SPD-Bundesgeschäftsführer Achim Post.
"Wir müssen Brücken bauen zwischen den verschiedenen Gruppen", warb Prof. Dr. Gesine Schwan für eine "neue Kultur der Gemeinsamkeit" und erntete großen Applaus der 400 Teilnehmer des Diskussionsforum der FES.
In den neun Jahren ihrer Amtszeit als Präsidentin der Europa-Universität in Frankfurt (Oder) hat Gesine Schwan viele Brücken ins europäische Ausland geschlagen, besonders in Richtung Polen. Sie hielt dies besonders wichtig, in der Phase als die diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Polen angespannt war.
Nun will sie im eigenen Land Brücken bauen und zwar zwischen den unterschiedlichen Kulturen und Gruppen in unserer Gesellschaft und dies will sie als Bundespräsidentin erreichen.
Während der Diskussion sprachen Achim Post und Gesine Schwan auch über das Thema "Bildung". Gesine Schwan kritisierte die aktutuelle "Beschämungspädagogik", die vermeintlich schwächere Schüler aussondert, statt deren individuelle Stärken zu fördern, wie dies in skandinavischen Schulsystemen geschieht und kritisierte das selektierende drei-gliedrige Schulsystem, an dem die Konservativen immer noch festhalten, trotz der PISA-Ergebnisse.
Skeptisch bis ablehnend steht Schwan der sogenannte "Elitenförderung" des Bundes- und der Länder im Rahmen der "hochvermögenden Exzellenzinitiativen" gegenüber. Sie fordert eine Initiative die Begabungen des Einzelnen fördert, anstatt nur die Eliten zu fördern mit einer Initiative die nur 10 Prozent der Schüler und Studenten nutzt.
Auch das Thema "Familie" betrachtet Gesine Schwan unter dem Motto "Eine neue Kultur der Gemeinsamkeit". Sie fordert eine noch stärkere Einbindung der Väter in der Erziehung der Kinder.
Auf die Frage eine Zuhörerin, wie die Gesellschaft mit Menschen mit Behinderungen umgehen sollte, warb Gesine Schwan für das Mitnehmen dieser Menschen, anstatt diese auszugrenzen.
Veranstaltung als Videocast:
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