
Ziel: Arbeit der Stadtwerke besser kennenlernen
Bad Oeynhausen. Das Brötchen im Büro des Stadtwerke-Chefs Herbert Oepen haben sich Reinhard Scheer und Olaf Winkelmann (beide SPD) gestern rechtschaffen verdient: „Wir haben fünf Stunden Unkraut gezogen.“ Nicht zuhause im Garten, sondern in den Rabatten an der Herforder Straße – und damit vorübergehend die Arbeit „echter“ Stadtwerker erledigt.
„Wir wollten mal hautnah erleben, worüber wir sonst nur reden“, nennt Reinhard Scheer als Grund für den freiwilligen Arbeitseinsatz. Wie Olaf Winkelmann gehört er dem Verwaltungsrat der Stadtwerke an. Zu dessen Aufgaben gehört unter anderem die Kontrolle der Geschäftsführung, aber auch die Entscheidung über Investitionen und Stellenplan.
Auf beides könnte der gestrige Schnuppertag bald Auswirkungen haben. „Wir mussten uns ganz schön anstrengen“, bilanziert Olaf Winkelmann und verweist auf sein verschwitztes T-Shirt. Die Anforderungen an die einzelnen Stadtwerke-Mitarbeiter könnten kaum erhöht werden: „Wenn wir den Wunsch der Bürger nach mehr Grünpflege erfüllen wollen, müssen wir über mehr Personal nachdenken.“ Stadtwerke-Chef Oepen hört so etwas gern – derzeit sind je fünf Planstellen in Grünpflege und Straßenbau unbesetzt.
Auch Reinhard Scheer weiß schon, was er seinen Verwaltungsratkollegen in der nächsten Sitzung beim Tagesordungspunkt „Erfahrungsbericht“ mitteilen wird: „In den Fuhrpark und die Arbeitsgeräte muss investiert werden.“ Schließlich hat er beim Dienstbeginn die motorisierte Heckenschere gesehen: „Die erfüllt kaum noch die Arbeitssicherheitsvorschriften.“Da ist Scheer ganz froh, dass er sich gar nicht erst in Gefahr begeben musste: „Zum Unkrautziehen braucht man nur die Hände.“
Die scheinen jedenfalls ordentlich zugepackt zu haben: In den Beeten entlang der Herforder Straße ist kaum noch Unkraut zu sehen. Und Vorarbeiter Holger Kruzik ist mit seinen beiden Helfern auch zufrieden: „Die Probezeit kann verkürzt werden.“
Quelle: NW - Bad Oeynhausener Kurier, Samstag 02. August 2008










