Eon-Betriebsräte treffen SPD-Vertreter
Bad Oeynhausen / Vlotho (WB). Bürgermeister und Fraktionsmitglieder der SPD aus Bad Oeynhausen, Löhne, Herford, Porta Westfalica und Vlotho haben sich in Vlotho mit Betriebsräten von Eon über die Zukunft des Strommarktes ausgetauscht. Eingeladen hatte die SPD.
Nicht alle Städte und Gemeinden sind noch Eon-Aktionäre. »Viele Städte haben wie Vlotho in Zeiten anderer politischer Mehrheiten vor zehn Jahren leichtfertig ihre Anteile verkauft und sind heute interessiert, ihre Stadtwerke zu erhalten und über das Stromnetz selbst zu bestimmen«, erklärte Christian Dahm, Vorsitzender der Vlothoer SPD-Fraktion.
In Vlotho waren die Eon-Betriebsräte Heike Heine, Dieter Adolph und Bernd Usling anwesend. Die Ratsmitglieder waren sich einig, dass das, »was in regionale, kommunale Hand gehört, von der Familie der Städte und Gemeinden auch genommen werden« müsse. Das sei eine Pflichtaufgabe, betonte Löhnes Fraktionsvorsitzender Wolfgang Böhm. Bad Oeynhausens Fraktionschef Olaf Winkelmann versicherte den Betriebsräten, dass die SPD in OWL sich der Verantwortung gegenüber den EON-Mitarbeitern sehr wohl bewusst sei. Dieter Adolph warnte davor, sich von zu kleinen Einheiten mit nur wenigen Stadtwerken den großen Gewinn zu erhoffen. »Da kommt nicht das herein, was sich Kämmerer versprechen«, erklärte Bernd Usling. Bei einer Zerstückelung des Unternehmens würden Kosten steigen.
Auf Anfrage von Christian Dahm, der die Bemühungen der Städte Vlotho, Löhne und Bad Oeynhausen ansprach, ein Regionalwerk zu gründen, erklärten die Betriebsräte kategorisch, dass diese Einheit zu klein sei, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. »Im Grunde ist alles, was kleiner wäre als das alte EMR, unwirtschaftlich«, sagte Dieter Adolph.
Herfords stellvertretender Bürgermeister Andreas Rödel machte deutlich, dass es in den Räten der Städte und Gemeinden durchaus ein spürbares Misstrauen gegenüber Eon gebe. Löhnes Bürgermeister Heinz-Dieter Held: »Wir sind von den plötzlichen Verkaufsabsichten bei Eon überrascht worden. Wir waren bisher auf einem anderen Weg. In den Stadträten gibt es noch viel zu tun.«
Die Betriebsräte betonten, dass sie gern und mit allen reden wollen, die Informationen benötigen. »Wir sind froh, dass uns die Vlothoer und ihre direkten Nachbarn eingeladen haben. Das gibt uns das Gefühl, gehört zu werden, und den Ratsmitgliedern eröffnen wir neue Sichtweisen auf die Probleme des Erwerbs der Stromnetze«, sagte Dieter Adolph.
Bild: Die Betriebsräte Dieter Adolph, Bernd Usling und Heike Heine (vorne) haben Vertreter der SPD-Fraktionen (hinten von links) Jörg Horstmeier, Ulrich Sturhahn, Heinz-Dieter Held, Christian Dahm, Olaf Winkelmann, Andreas Rödel, Wolfgang Böhm und Horst Heinig getroffen.
WB-Artikel vom 05.05.2012