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Platzeck: "Aktive Bürgergesellschaft, starke Demokratie"

Veröffentlicht am 15.05.2009 in Unterbezirk

Brandenburgs Ministerpräsident wirbt in Porta Westfalica um "Aktivbürger"

Porta Westfalica. Eines sei dem Gast aus Brandenburg bei seinen bisherigen Gesprächen im Mühlenkreis gleich aufgefallen: "Die Ostwestfalen und meine Landsleute sind sich in Ihrer Art doch sehr ähnlich, es fällt mir daher auch sehr leicht, meine eigenen Erfahrungen mit ihnen zu teilen".

Matthias Platzeck, Ministerpräsident des Landes Brandenburg, sprach auf einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung in Porta Westfalica zum Thema "Aktive Bürgergesellschaft – Starke Demokratie". Den Besuch vermittelt hatte Achim Post, den Platzeck aus dessen Tätigkeit als Stellvertretender Bundesgeschäftsführer und "Chef-Außenpolitiker der Partei" lange und gut kennt.

Post führte auch in das Thema ein, seine zentrale Aussage: "Gerade in Zeiten, in denen der gesellschaftliche Zusammenhalt zu schwinden droht, nimmt die Bedeutung des Ehrenamtes und des Bürgerengagement weiter zu: denn was könnte den Laden besser zusammenhalten".

Matthias Platzeck nahm diesen Faden auf und brachte seine Sicht der Dinge mit einem Zitat von Regine Hildebrandt auf den Punkt: "Der eigentliche Sinn des Lebens liegt im Miteinander", die aktive Bürgergesellschaft sei somit auch praktizierter Ausdruck einer Lebenseinstellung.

Vor dem Hintergrund seiner Erfahrung in der ehemaligen DDR führte Platzeck anschaulich und lebendig aus, was den Wesenskern einer wirklich demokratischen Gesellschaft ausmacht: "Ja, die Demokratie ist immer anstrengend, mühsam, streitig und am Ende stehen immer nur Kompromisse; aber ich bin verliebt in diese sehr zählebige Gesellschaftsordnung!"

Brandenburgs Ministerpräsident betonte, dass zur Demokratie, "die kein Zustand sondern eine ständige Aufgabe ist", immer auch ein Wertesystem gehöre; "und Menschen, die durch ihr Beispiel Vorbild geben und Vertrauen schaffen".

Platzeck ging denn auch scharf mit denen ins Gericht, die die derzeitige Finanz- und Wirtschaftskrise verursacht hätten und sich dies zum Teil jetzt auch noch mit horrenden Abfindungen "bonieren" ließen: "Jedes Spiel braucht Regeln, auch die Finanzwelt. Und das eklatante Ignorieren jeglicher Regeln hat das Gerechtigkeitsgefühl der Menschen zutiefst verletzt".

Der Gast aus Brandenburg forderte denn auch von allen derzeit Handelnden, aus dieser Krise zu lernen: "Vertrauen ist die Grundlage aller Politik; wo diese verspielt wurde, müssen wir aktiv dafür streiten, diese Grundlage unserer Demokratie wiederherzustellen!"

 

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