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PIN AG-Ankündigung ist reinste Erpressung

Veröffentlicht am 05.12.2007 in Jusos

Zu den Ankündigungen des privaten Postzustellers PIN AG 1000 Arbeitsplätze abzubauen erklärt der stellv. Vorsitzende der Jusos Minden-Lübbecke Jens Vogel:

Die Ankündigung der PIN AG 1000 Mitarbeiter zu entlassen, sehen die Jusos Minden-Lübbecke als reinen Erpressungsversuch der PIN AG, um die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns kurz vor dem Ziel noch zu verhindern, schon seit Monaten machen die PIN AG und ihr größter Gesellschafter der Springer-Verlag Stimmung dagegen und behaupten immer wieder, dass durch Mindestlöhne Arbeitsplätze vernichtet werden.

Fakt ist, dass es bei der PIN AG keine tariflichen Vereinbarungen zwischen dem Unternehmen und der Gewerkschaft Verdi gibt, dies würde einen Mindestlohn für die PIN AG und andere Unternehmen im Sektor der privaten Postzustellung überflüssig machen. Allerdings hat die PIN AG kein Interesse an Tariflöhne und setzt bei ihrem Geschäftsmodell lieber auf Dumpinglöhne und dies zulasten der eigenen Beschäftigten, die oft auf ergänzendes Arbeitslosengeld II angewiesen sind.

Momentan müssen die PIN-Mitarbeiter mit einen Grundeinkommen von 1020 € auskommen, dies entspricht einen Stundenlohn von 5,20 €, hinzu kommt eine freiwillige Prämienzahlung für die Erreichung der Zielvorgaben der PIN AG, die jederzeit widerrufbar ist und bei Nichterreichen, Fehlstunden und Zustellfehlern gekürzt oder gar wegfallen kann, so Vogel zur Entlohnungspraxis bei der PIN AG.

Von Seiten der PIN AG und anderen Unternehmen wird die Liberalisierung des Postmarktes für gescheitert erklärt, weil durch einen Mindestlohn ein Wettbewerb verhindert wird: Es kann und darf nicht sein, dass der Wettbewerb über die Löhne der Zusteller geführt werden soll, so Vogel und fügt hinzu, dass für einen erfolgreichen Wettbewerb gleiche Vorraussetzungen für die Unternehmen vorliegen müssen.

Mit den Mindestlohn für Postzusteller haben SPD und Union eine erste Vorraussetzung geschaffen, allerdings muss auch eine gleiche steuerliche Behandlung stattfinden, denn momentan ist die „Deutsche Post AG“ von der Umsatzsteuer befreit und dies ist ein Wettbewerbsvorteil, der beseitigt werden muss, erklärt Vogel.

Die Jusos fordern die PIN AG und die anderen Unternehmen auf, ihre Geschäftsmodelle anzupassen und ihren Mitarbeiter gerechte Löhne zu zahlen, damit diese ohne staatliche Unterstützung á la AL II davon leben können, so Vogel und fügt abschließend hinzu dass die SPD und die Union nun aufgefordert seien, sich nicht von solchen Drohungen, wie von Seiten der PIN AG, beeindrucken zu lassen und den Mindestlohn für Postzusteller noch vor Weihnachten zu beschließen.

Unterbezirk: Minden-Lübbecke

 

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