Neuer Vorstand der SPD Dehme will »Zwistigkeiten« aufarbeiten
Der SPD-Ortsverein Dehme hat einen neuen Vorsitzenden. Der bisherige Amtsinhaber Max Jülkenbeck hatte erklärt, dass er aus beruflichen Gründen nicht mehr kandidieren könne. Als sein Nachfolger wurde der 66-jährige Dieter Langenbruch gewählt.
Die Versammlung dankte Jülkenbeck für seine Arbeit. In seinem Rückblick hob dieser die Bemühungen des Ortsvereins um Verkehrssicherheit und ein gesundes Mittagessen für Schüler mit Ganztagsunterricht hervor. Langenbruch, Rektor im Ruhestand, hatte sich nach eigenen Angaben kurzfristig in die Pflicht nehmen lassen: »Ich lasse den Ortsverein, den ich ein Viertel seiner hundertjährigen Geschichte begleitet habe, nicht im Stich.«
Auf die Querelen im Ortsverein, die vor der Kommunalwahl 2009 durch unterschiedliche Ansichten zur Nordumgehung ausgelöst worden waren, ging er wie folgt ein: »Wir haben den Anspruch, eine demokratische Volkspartei zu sein, das bedeutet, dass sich in unseren Reihen ein weites Spektrum politischer Herkunft und Positionen offenbart. Daraus ergeben sich zwangsweise auch Spannungen, die aber durch die Prinzipien der Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität relativiert werden.«
Die Zwistigkeiten hätten gleichwohl tiefe Spuren und persönliche Verletzungen hinterlassen. Diese wolle der neue Vorstand in persönlichen Gesprächen aufarbeiten.
Was ihn als Politiker am meisten bedrücke, sei die Zahl von Nichtwählern. Er erkenne da eine Aushöhlung der Demokratie. »In diesem Zusammenhang bedaure ich tief das entwürdigende Schauspiel um den derzeitigen Bundespräsidenten.
« Langenbruch regte die baldige Wahl »einer respektablen, integeren Persönlichkeit« an, die von einer breiten Mehrheit aller Parteien getragen werden solle.
Bei den Dehmer Vorstandswahlen bestätigten die Mitglieder Venela Müller als Schriftführerin und Dieter Müller als stellvertretenden Vorsitzenden. Jennifer Bekemeier übernimmt die Kasse. Ihr stehen als Prüfer Lothar Kersten und Stefanie Paar zur Seite. Jennifer Bekemeier wird zur Wiederwahl in den Unterbezirksvorstand vorgeschlagen. Winfried Sunderbrink bleibt Vertreter im Vereinsring.
Die Versammlung gedachte zudem des verstorbenen Friedrich Grotefeld, der erst vor einem Jahr für 25-jährige Treue zum Ortsverein geehrt worden war.
Quelle: WB vom 15.02.2012