Weit über 50 Prozent aller Arbeit suchenden Drittstaatsangehörigen gehen in die USA oder nach Kanada. Nur knapp fünf Prozent entscheiden sich für die EU. Der Beschäftigungs- und Sozialausschuss des Europäischen Parlaments möchte daher eine so genannte EU-Blue Card zur Einteilung einer Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis einführen.
Ziel ist es, den europäischen Arbeitsmarkt besonders für hochqualifizierte Drittstaatsangehörige durch gemeinsame Zulassungskriterien gegenüber der USA und anderen Wirtschaftsräumen attraktiver zu machen. Dementsprechend beschlossen die Abgeordneten auch eine Gehaltschwelle, die bei dem 1,7-fachen Satz des durchschnittlichen nationalen Bruttlohns liegen muss, um eine EU-Blue Card zu erhalten. Dies entspräche in Deutschland einem Jahresbruttolohn von 47.600 Euro. Eine deutliche Verringerung zur aktuellen Gehaltsschwelle, die noch bei jährlich 86.000 Euro liegt.
„In Europa fehlen zunehmend hochqualifizierte Arbeitskräfte. Daher ist es sinnvoll, den europäischen Markt durch ein einheitliches Zulassungssystem und eine realistische Gehaltsschwelle attraktiver zu machen“, betonte die SPD-Europaabgeordnete Mechtild ROTHE.