SPD Bad Oeynhausen

Gemeinsam für Bad Oeynhausen

"Ein klares Zeichen gegen den Südbahn-Ausbau"

Veröffentlicht am 22.08.2011 in Verkehr

Foto: Jens Vogel/SPD Minden-Lübbecke

Der vom Bundesverkehrsministerium angedachte Ausbau der Südbahn-Strecke, die unter anderem durch Bad Oeynhausen, Löhne und Vlotho führt, sorgt für Kritik in den Anliegerstädten.

Anfang des Jahres hatte der ehem. SPD-Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium a.D. Lothar Ibrügger auf den möglichen Ausbau der Südbahntrasse zwischen Löhne und Hildesheim aufmerksam gemacht, denn es steht eine Überarbeitung des Bundesverkehrswegeplans bis zum Jahr 2015 an.

Eine Realisierung des Planfalls 33 („Südbahn“) legt die Grundlage für einen 24- stündigen Güterverkehr mit erheblichen und wachsenden Ausmaßen quer durch den Kurort Bad Oeynhausen sowie die Städte Löhne und Vlotho.

Die dadurch ausgelöste Verlärmung im Trassenbereich führt zur erheblichen Betroffenheit und stellt rechtlich, städtebaulich wie finanziell die Umsetzung einer solchen Maßnahme mehr als in Frage.

Um ein klares Zeichen zu setzen, haben sich am vergangenen Samstag 40 Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter der Ratsfraktionen aus Bad Oeynhausen, Löhne und Vlotho auf dem Weg zu einen gemeinsamen "Aktionstag gegen den Südbahnausbau" mit den lokalen Bürgerinitiativen in Hameln gemacht.

Zuvor fand am Oeynhausener Südbahnhof eine Auftaktveranstaltung statt. Begrüßt wurden die Teilnehmer von der SPD-Landtagsabgeordneten Inge Howe, den SPD- Bundestagsabgeordneten Stefan Schwartze und die Fraktionsvorsitzenden von SPD (Dr. Olaf Winkelmann), Grünen (Dr. Volker Brand) und UW Bad Oeynhausen (Thomas Heilig).

Stefan Schwartze machte in seiner Einleitung deutlich, dass der Ausbau der Nordstrecke Minden-Seelze in den Bundesverkehrsplan aufgenommen werde, allerdings sei zu befürchten dass der Ausbau der Südstrecke über Bad Oeynhausen und Hameln dabei vorranig behandelt wird.Durch den Südbahnausbau könnte Bad Oeynhausen nach Einschätzung des Bundestagsabgeordneten seinen Status als Kurstadt verlieren.

Stefan Schwartze und der Mindener CDU-Bundestagsabgeordnete Steffen Kampeter werden sich im Laufe des Jahres mit der Vertretern der Deutschen Bahn AG treffen, um ihnen die Anliegen und Bedenken der Bürger zu erklären.

Inge Howe ergänzte, dass ein Nicht-Ausbau der Strecke Minden-Seelze wirtschaftlich negative Auswirkungen auf die gesamte Region hätte und verwies auf den Ausbau des Regioports in Minden, der nur vom Ausbau der Nordstrecke profitieren würde.

Derzeit fahren 530 Güterzüge im Jahr über die Südstrecke, also 1-2 Züge am Tag. Bei Umsetzung der Pläne würden alle 10-14 Minuten ein Güterzug durch die Anliederstädte rasen, welche neben der Lärmbelastung auch massive Auswirkungen auf den Straßenverkehr im Bereich der Bahnübergänge hätte.

"Problematisch ist natürlich der Bahnübergang hier an der Detmolder Straße", betonte Dr. Olaf Winkelmann, SPD-Fraktionsvorsitzender aus Bad Oeynhausen, der die Kundgebung mitorganisierte. "Da müssten gravierende Änderungen in der Straßenführung erfolgen, das wurde in der Kostenplanung nicht berücksichtigt."

Stefan Schwartze ergänzte: "Wir haben in Vlotho sehr lange für den Radweg gekämpft, der gerade fertig gestellt wurde und zum vielbefahrenen Weser-Fern-Radweg zählt. Der würde beim geplanten Ausbau auf der neuen Strecke liegen."

Wolfgang Böhm, SPD-Fraktionsvorsitzender aus Löhne, zählte ebenfalls die Nachteile auf: "Die Rüscherstraße ist eine wichtige Achse in Gohfeld und steht der Detmolder Straße in nichts nach." In diesem Bereich der Bahntrasse befindet sich ebenfalls ein Neubaugebiet.

Auch in Hameln gibt es 4 Bahnübergänge, die sich zum größten Teil in Wohngebieten befinden, wo es zu massiven Rückstaus im Bereich der Bahnübergänge kommen wird. Ein Übergang und die Bahnstrecke befinden sich in direkter Nachbarschaft zu 2 Schulen.

Zur Staugefahr kommen starken Luftbelastungen durch Autoabgase hinzu, die schon ein hohes Niveau haben."Im August 2010 sind strengere Richtlinien der EU-Luftqualitätsverordnung erlassen worden", erläuterte Ralf Wilde, Fachbereichsleiter für Umwelt und technische Dienste der Stadt Hameln. "Wir können die darin festgehaltenen Grenzwerte für Stickoxidemissionen in Autoabgasen schon heute nicht mehr einhalten."

Viele Teilnehmer stellten sich die Frage, wie die Bahntrasse überhaupt ausgebaut werden soll, denn oft stehen viele Häuserzeilen direkt an der Bahntrasse, getrennt von einen kleinen Garten. Für die Errichtung von Lärmschutzwänden ist so gut wie kein Platz vorhanden.

Die Hamelner befürchten auch negative Auswirkungen auf die Stadtentwicklung. So liegt eine Kaserne der britischen Armee an der Strecke, sowie die Wohngebäude für die Soldaten und ihre Familien. Die Kaserne und die Wohngebäude werden nach Abzug der letzten Soldaten an den Bund bzw. den lokalen Entwicklungsträger übergehen. Wenn es einen Ausbau der Strecke gibt, wird es schwierig diese Gelände weiterzuentwickeln.

Der Rundgang entlang der "Löhner Eisenbahn" endete an der DRK - Kindertagesstätte „Heinestraße“, die ebenfalls direkt an der Strecke liegt. Dort kamen auch die Elternvertreter zu Wort, die das Bundesverkehrsministerium und die Bahn aufforderten, den Ausbau der Südbahn zu unterlassen. "Die Menschen wollen die Südtrasse nicht", erklärte Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller (SPD) und kündigte wie ihre Landtagskollegen an, sich dafür einzusetzen, dass der Ausbau nicht stattfindet.

In Hameln wurde eine Sammel-Petition gegen den Südbahnausbau gestartet, in der der Deutsche Bundestag aufgefordert wird, schon jetzt einen klaren Beschluss gegen den Südbahnausbau zu fassen und Alternativen zu prüfen. Ziel ist es 50.000 Unterstützer zu sammeln.

Die gemeinsame Protestaktion der Bürger Hamelns mit den ostwestfälischen Städten zeigen den Verantwortlichen im Bundesverkehrsministerium und bei der Deutschen Bahn AG, dass die Bürger mit einer Stimme sprechen und den Südbahnausbau nicht dulden werden.

(Autor: Jens Vogel, mit NW und Westfalen-Blatt)

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