SPD Bad Oeynhausen

Gemeinsam für Bad Oeynhausen

»Die Schweinerei nicht länger dulden«

Veröffentlicht am 12.03.2014 in Ortsverein

SPD Babbenhausen-Oberbecksen und Vlotho fordern Absperrung des Geländes am ehemaligen »Rütli«

Bad Oeynhausen  /  Vlotho(WB). Es kommt selten vor, dass Politiker sprachlos sind. Doch als Mitglieder der SPD-Ortsvereine Vlotho und Babbenhausen-Oberbecksen sich am Montag die Situation am einstigen Gasthaus »Zum Rütli« angesehen haben, fehlten ihnen zunächst die Worte.

Von Heike Pabst

Es stinkt noch nicht an der Oberbecksener Straße. Lange kann das angesichts der steigenden Temperaturen jedoch nicht mehr dauern. Hans-Werner Jungmann, SPD-Ratsfraktion Vlotho, berührt mit dem Fuß einen Eimer, aus dem altes Frittenfett auf den Parkplatz an dem einstmals beliebten Gasthaus quillt.

Beliebt ist der Ort nach wie vor, nun aber vor allem als wilde Müllkippe und Treffpunkt für Partys. Zurzeit steht ein Sperrmüllsofa am »Rütli«. Jemand scheint den Ausblick ins Tal genossen zu haben – rings um das Sitzmöbel liegen Pizzakartons, Kippen und Colabecher verstreut.

Karl Hermann Hottel, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Babbenhausen-Oberbecksen, findet als erster die Sprache wieder. »Ich wohne in der Nähe und beobachte die Lage schon seit längerem«, sagt Hottel. Am Wochenende sei der Parkplatz immer voll. »Da halten viele Wanderer.« Aber zurzeit sei das nicht ungefährlich: Der offen herumliegende Unrat verleite etwa Kinder zum Herumwühlen. Natürlich, betont Vlothos stellvertretender Bürgermeister Ulrich Sturhahn, sei der SPD klar, dass es sich um ein Privatgelände handele. Im Vlothoer Stadtrat wurde nach einer Anfrage der SPD bereits über das Thema gesprochen. Aber, so Fraktionsvorsitzende Sabine Selberg-Scherfeld: »Es kann nicht ausreichen, immer nur zu sagen: Da können wir nichts machen.« Karl Hermann Hottel ergänzt: »Wir schlagen Gespräche der beiden Bürgermeister vor. Mich ärgert, dass es immer heißt: Unsere Ortseingänge müssen gepflegt aussehen, aber hier wird nichts gemacht. Man kann sich nicht nur immer um den jeweiligen Stadtkern bemühen.«

Besitzer Max Heininger hat trotz entsprechender Ankündigung des von ihm beauftragten Anwalts Kai Wiegelmann (WESTFALEN-BLATT vom 30. Januar) noch keinen Zaun um das Grundstück ziehen lassen. Wer hier illegal Müll abladen will, hat freie Fahrt. »Da rotten eine Kühltruhe und ein Rasenmäher vor sich hin. Nachher läuft noch Öl aus«, befürchtet Hans-Werner Jungmann. »Die Schweinerei können wir nicht länger dulden. Die freie Zugänglichkeit muss schnellstens verhindert werden.«

Die Ortsvereine aus beiden Städten fordern, das Gelände abzusperren – mindestens mit einem Flatterband und einem »Zutritt verboten«-Schild. Dann könne jeder sehen, dass auch der Parkplatz Privatgelände ist. »Das Wanderparkplatz-Schild an der Oberbecksener Straße verweist auf einen Parkplatz, der 100 Meter weiter in Richtung Bad Oeynhausen liegt«, klärt Ulrike Deierling, SPD-Fraktion Vlotho, ein verbreitetes Missverständnis auf.

WB vom 12.03.2014

 

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