pixelio.deBad Oeynhausen soll fahrradfreundlicher werden / Position des „Kümmerers“ schaffen
Bad Oeynhausen. Verschmutzte Wege, fehlende Wegweiser oder zu hohe Bordsteinkanten – an manchen Stellen in Bad Oeynhausen haben es Radfahrer nicht einfach. Das soll demnächst anders werden. 40 Teilnehmer des 1. Runden Tisches für ein fahrradfreundliches Bad Oeynhausen haben sich einstimmig dafür ausgesprochen, die Stelle eines Fahrradbeauftragten durch die Verwaltung einrichten zu lassen.
141 Kilometer Radwege führen durch das Stadtgebiet. Darunter touristische Routen wie der Westerwaldes, der Sole-Radweg oder der Else-Werre-Radweg. Doch nicht alle Strecken sind im optimalen Zustand, nicht alle sind ideal ausgeschildert und auch der Rad-Tourismus soll ausgebaut werden.
„Ergebnis des Rundes Tisches ist es, dass wir versuchen möchten, dass mehr Menschen in der Stadt Rad statt Auto fahren, dass regelmäßig die Rad- und Wanderwege überprüft werden, dass Tourismusangebot mit ,Bett&Bike’ ausgebaut wird und die Radwege regelmäßig gepflegt werden“, erklärte Olaf Winkelmann (SPD).
Vertreter aus Politik, von den Vereinsringen, den Beiräten, von Radsport-Verbänden, von Nachbarstädten und der Stadt Bad Oeynhausen setzten sich zusammen und entwarfen einen Bürgerantrag. Nicht dabei waren unter anderem Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann und Staatsbad-Geschäftsführer Stefan Dörr.
Gemeinsam entwickelten die Beteiligten einen Bürgerantrag an die Stadt Bad Oeynhausen mit folgenden Punkten:
- Der Radverkehr soll als integrierter Teil der Verkehrsplanung gesehen werden.
- Die Förderung soll Umweltprobleme minimieren helfen, Verkehrsprobleme entschärfen, Schulwege sicherer machen und den Tourismus weiter stärken.
- Bestandsaufnahme der Schwachstellen.
- Es soll ein Radverkehrs-Konzept „Fahrradfreundliches Bad Oeynhausen“ entwickelt und umgesetzt werden. Daraus abgeleitet soll ein Maßnahmen-Katalog entwickelt werden.
- Die Stadt soll ein Maßnahmen-Programm erstellen, unter Angaben der Kosten.
- Ein „Kümmerer“ soll als Ansprechpartner zwischen Bürgern und Stadt agieren. Die Stadt soll den Job des „Fahrradbeauftragten“ einrichten.
- Regelmäßig soll der Runde Tisch über den fortlaufenden Sachstand des Radverkehrskonzepts unterrichtet werden. Ansprechpartner für den Runden Tisch soll der Fahrradbeauftragte werden.
Olaf Winkelmann und sein Kollege Volker Brand (Grüne/Bürgerforum) setzen auf eine bessere Öffentlichkeitsarbeit: „Bad Oeynhausen hat so viele Möglichkeiten für Radler. Aber es wissen nur wenige.“ Erste Schritte seien neben den genannten Punkten auch Aktionstage zur Verkehrssicherheit.
Der passionierte Radfahrer und Radwege-Fachmann Ulrich Wehmeier – Mitglied am Runden Tisch – fasst zusammen: „Fazit ist, das was an Radwegen da ist, muss besser gepflegt werden.“ Das liegt Radlern, wie Anni und Hans Hendricks aus Minden am Herzen: „Am Dehmer Grillplatz ist es durch die Baumwurzeln richtig gefährlich. Und Bänke gibt es zwischen Dehme und Porta zu wenige.“ Das Ehepaar, das jede Woche zum Einkaufen in den Werre-Park radelt, findet auch Lob: „Nach dem Hochwasser wurde sehr schnell gekehrt. Das gab’s noch nie.“
Aus: NW - Bad Oeynhausener Kurier, Samstag 01.03.2008