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Landesregierung plant Rückzug aus der Finanzierung der Arbeitslosenzentren

Veröffentlicht am 20.02.2008 in Soziales

Howe/Haseloh: „Nach 25 Jahren droht der Beratung des Arbeitslebenszentrums Minden-Lübbecke das Aus!“

Minden/Düsseldorf: Den Arbeitslosenzentren droht das Aus, wenn ab Oktober dieses Jahres, wie vom Sozialminister Laumann angekündigt, das Land NRW keine Mittel mehr zur Verfügung stellt. „Deshalb machen wir uns große Sorgen um die Zukunft des Arbeitslebenszentrums im Kreis Minden-Lübbecke, das von der Neuregelung ebenfalls betroffen wäre“, nehmen die beiden SPD-Landtagsabgeordneten Inge Howe und Karl-Heinz Haseloh Stellung zu den aktuellen Plänen der Landesregierung.

Die Zukunft der Arbeitslosenzentren ist unlängst auch Thema einer Fachanhörung im Düsseldorfer Landtag gewesen. „Alle Sachverständigten warnten in der Anhörung vor den Folgekosten der drohenden Schließungen“, informierte die Mindener Abgeordnete Howe. „Zudem darf das menschliche Leid nicht vergessen werden“.

Im Minden-Lübbecker Arbeitslebenszentrum werden pro Jahr über 1000 Beratungen durchgeführt. In verschiedenen Projekten werden Betroffene wieder in den Arbeitsmarkt integriert. Zudem organisiert das Zentrum die Espelkamp-Lübbecker Tafel sowie die Tafel in Porta Westfalica, die mit viel ehrenamtlicher Hilfe Lebensmittel an Bedürftige weitergeben.

„Wir brauchen solche niedrigschwelligen und unabhängigen Beratungs- und Hilfsangebote auch in unserem Kreisgebiet“, erklärt Karl-Heinz Haseloh, der mit dem Arbeitslebenszentrum bereits seit über 25 Jahren eng verbunden ist und dessen Entstehung damals aktiv begleitete. „Schon allein die Formulare, die Arbeitssuchende ausfüllen müssen, um Leistungen nach dem SGB II zu beantragen, können Menschen überfordern, dasselbe gilt für Ablehnungsbescheide“, so Haseloh. „An dieser Stelle leistet das Arbeitslosenzentrum wichtige Hilfe.“

Für beide SPD-Landespolitiker ist zu dem nicht nachvollziehbar, warum sich das Land aus der Finanzierung zurück zieht: „Es trifft die Ärmsten und Schwächsten.“ Dabei kommt der Betrag von landesweit 4,6 Mio. Euro nicht mal aus dem Haushalt von Minister Laumann. Es sind Gelder des Europäischen Sozialfonds, die vom Land NRW lediglich weitergeleitet werden. Doch dies soll nach dem Willen Laumanns zukünftig nicht mehr gelten.

 

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